Harnack um 1920   Harnack-Forum Biographie

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Die nachfolgende Chronik zu Leben und Werk Adolf von Harnacks befindet sich im Aufbau. Anmerkungen, Korrekturen und Ergänzungen bitte an osthoevener@uni-wuppertal.de.— Für zahlreiche Ergänzungen danke ich Herrn Dr. Björn Biester, Offenbach am Main.


Um der Übersichtlichkeit willen werden einige Bereiche standardmäßig ausgeblendet. Sie können durch Ankreuzen der folgenden Liste eingeblendet werden (Mehrfachauswahl möglich).
Alle Sitzungen der (Königlich) Preußischen Akademie der Wissenschaften mit Beteiligung Harnacks (1890-1930)
Alle 22 Sitzungen der Kirchenväterkommission (1897-1928)
(Datierte) Vorworte zu Büchern (noch unvollständig)
Vorträge (noch unvollständig)
Predigten Harnacks (noch unvollständig)
 

1851

7. Mai Karl Gustav Adolf Harnack wird in Dorpat, Livland (heute: Tartu, Estland) im Gebäude der Tierarzneischule, in dem die Familie einen Flügel bewohnt, geboren. Eltern: Theodosius Harnack (3.1.1817-23.9.1889) und Marie Harnack, geb. Ewers (22.5.1828-23.11.1857). Geschwister: Anna (1849), Axel (7.5.1851-3.4.1888), Erich (10.10.1852-23.5.1915), Otto (23.11.1857-23.3.1914).
10. Mai Taufe in der St. Johannis-Kirche

1852

1853

Übersiedlung der Familie nach Erlangen

1854

1855

1856

1857

Einschulung zusammen mit dem Bruder Axel in Erlangen
23. November Geburt des Bruders Otto; Tod der Mutter (29 Jahre)

1858

1859

1860

1861

1862

1863

1864

17. Mai Zweite Eheschließung des Vaters Theodosius Harnack mit Helene Baronesse von Maydell (1834-1923), einer Cousine seiner ersten Frau, in Eisenach. Die Ehe blieb kinderlos

1865

1866

5. Juni Austrittszeugnis (Untersecunda) des von Professor Ludwig Döderlein geleiteten Königlichen Studienrektorats Erlangen (Note: Sehr gut)
Sommer Rückkehr nach Dorpat. Eintritt ins dortige Gymnasium

1867

1868

20. Dezember Maturitätszeugnis des Gymnasiums zu Dorpat (Note: Sehr befriedigend)

1869

17. Januar Immatrikulation an der Universität zu Dorpat für das Fach Evangelische Theologie (Matr.-Nr. 8536).
3. Mai Aufnahme in die Verbindung Livonia, zusammen mit dem Bruder Axel
Sommer Eintritt in den 1867 gegründeten Theologischen Verein zu Dorpat

1870

1. Januar Beginn an der Arbeit für die Preisaufgabe der Universität Dorpat: Marcionis doctrina e Tertulliani adversus Marcionem libello eruatur et explicetur (Schlußdatum: 8.11.1870).
17. Januar Russisch-Prüfung als staatlich geforderte Voraussetzung für das Studium
12. Dezember Goldene Preis-Medaille der Theologischen Fakultät Dorpat für die Arbeit Marcion. Der moderne Gläubige des 2. Jahrhunderts, der erste Reformator; verliehen am Stiftungstag der Universität, ausgeschrieben am 8. Dezember 1869

1871

22. März Schriftliche Meldung zur Ablegung der ersten Hälfte der theologischen Gradualprüfung »am kommenden Ostertermin«
5. April Gradualprüfung A. Erste mündliche Prüfung
Juli / August Aufenthalt in Allasch, einem Rittergut, das von der Familie der Schwester der (zweiten) Mutter bewohnt wurde. Dogmatische und philosophische Studien. Daneben »Entenjagden, Ausflüge, Streifereien in Wald und Flur« (16.7. an Gustav von Bunge).

1872

22. März Examenskatechese
2./3. Juni Gradualprüfung B. Zweite mündliche Prüfung und C. Prüfung in schriftlichen Arbeiten und praktischen Uebungen.
7. Juni Bestätigung des Conseils
22. August Theologisches Examen in Dorpat (»Grad eines Candidaten der Theologie«). Urkunde datiert auf den 23. August 1872
14. Oktober Übersiedlung nach Leipzig
22. Dezember Eröffnung des Promotionsverfahrens in Leipzig

1873

Mündliche Prüfung in Leipzig. Der Prüfungskommission saßen die Professoren Voigt, Ahrens und Fleischer vor
29. Mai Promotion zum Dr. phil. an der Universität Leipzig (Datum des Doktor-Diploms). Titel der eingereichten Arbeit: Zur Quellenkritik der Geschichte des Gnostizismus. Inauguraldissertation zur Erlangung der Doktorwürde in der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig
Anf. Juni Ausflug in den Thüringer Wald
Sommer Angebot aus Breslau, Leiter eines Kandidatenstifts zu werden (Sedlnitzki-Stiftung).
»Harnack sagte in Breslau ab; dann schwirrte ein Gerücht wegen Straßburg durch die Fakultäten« (Z-H 89) bei Harnack anders (circa Sommer 1875): »Nach einjähriger Tätigkeit als Privatdozent in Leipzig bekam ich durch [Heinrich] Holtzmann in Straßburg die Nachricht, daß ich von der dortigen Fakultät einstimmig zum Extraordinarius vorgeschlagen, und meine Berufung daher sicher sei.» (RA 7, 23).
September - Dezember Religionsunterricht an Leipziger Mädchenschulen

1874

Januar Abgabe der in lateinischer Sprache verfaßten Lizentiatendissertation bei der Fakultät.
Februar Promotion zum Lizentiaten der Theologie (Lic. theol.) an der Universität Leipzig.
Frühjahr oder (eher) Herbst Italienreise mit den Freunden Wolf Graf Baudissin (1847-1926), Julius Kaftan, Emil Schürer (1844-1910) und Herde(e)gen (der »jungen Leipziger Fakultät«); Aufenthalt unter anderem in Rom.
9. Juli Verteidigung der Thesen zur Erlangung der venia legendi aufgrund der Schrift: De Apellis gnosi monarchica. Habilitation für das Fach Kirchengeschichte an der Universität Leipzig.
Herbst Beginn der Lehrtätigkeit (Privatdozent). Eröffnung einer »kirchenhistorischen Gesellschaft« in der Leipziger Privatwohnung.
WS Ankündigung der ersten kirchengeschichtlichen Vorlesung in Leipzig über die Geschichte des Gnostizismus. 120 Hörer.

1875

August Aufenthalt in Dorpat (3 1/2 Wochen)
4. Dezember Harnack erhält einen Ruf als Privatdozent (bis 4.8.1876), tritt diese Stelle jedoch nicht an (vgl. 2.6.1876).

1876

Die Theologische Literaturzeitung wird gemeinsam mit Emil Schürer gegründet
März Reise in die Schweiz. Zürich. Persönliche Bekanntschaft mit Overbeck (Basel). Nietzsche, den er ebenfalls aufsuchen wollte, hielt sich zu dieser Zeit in Veytaux auf. Abreise aus Basel am 11.3. Aufenthalt in Straßburg bei Gustav von Bunge (1 Woche).
April Harnack besucht zusammen mit Emil Schürer Albrecht Ritschl in Göttingen.
April Unterricht an einer Leipziger Mädchenschule
Mai Straßburg.
2. Juni Ernennung zum Extraordinarius für Kirchengeschichte an der Universität Leipzig zum 1. Juli 1876. Entlassungsgesuch bezüglich der Dorpater Dozentenstelle (vgl. 4.12.1875).
19. Juni Rede in Carlsbad (Einsargung von Nicolai von Oettingen)
1. Juli Berufung zum außerordentlichen Professor
23. Juli Entlassung durch den Kurator der Universität Dorpat (Abschiedsgesuch eingereicht am 21. Mai 1876).
Antrittsvorlesung: Die Anfänge der Kirchengeschichtsschreibung
5. August Reise nach Dorpat
9./10. Dezember Adolf Harnack und Wilhelm Herrmann verbringen das Wochenende bei Ritschl in Göttingen.

1877

SS Erste Vorlesung zur Dogmengeschichte
Mai Aufenthalt in Halle (Saale)
17. Juli Zusammenkunft der Universitäten von Jena, Halle und Leipzig in Kösen
ab ca. 8. August Besuch in Dorpat
September Reise nach Paris, zusammen mit dem Freund Oscar von Gebhardt (1844-1906); dort intensives Studium von Handschriften.
Anf. Oktober. Aufenthalt in Basel (bei Overbeck)
WS In Leipzig hat sich um Harnack ein Kreis von Studenten gebildet, zu dem unter anderem Paul Bonsack, Wilhelm Bornemann, Dembowski, Gregory, Friedrich Loofs, Martin Rade und William Wrede gehören. Zu Beginn des Wintersemesters 1877/78 wird von Bornemann, Rade und anderen die »Theologische Mittwochsgesellschaft« gegründet.

1878

3. Mai Übernahme der Leitung und Verwaltung der kirchlich-archäologischen Sammlung der Universität Leipzig
20. Mai Gewährung eines Reisestipendiums der Albrecht-Stiftung der Universität Leipzig für eine Italienreise in Höhe von 1.000 Mark.
Juni Aufenthalt in Dresden bis 13.6. (bei Axel Harnack, der im Herbst 1877 einen Ruf an das dortige Polytechnikum erhalten hatte).
August Reise nach Dorpat
September Aufenthalt in Straßburg (Otto Harnack)

1879

2. Januar Ruf als Ordinarius für Kirchengeschichte nach Gießen, zum 1. April 1879
März Forschungsreise nach Italien (mit Oscar von Gebhardt)
Frühjahr Umzug nach Gießen
28. April Beginn der Vorlesungen
24. Mai Antrittsvorlesung: Die Entstehung der christlichen Staatskirche
Mitte Juli Jahresfest der Inneren Mission in Nauheim
2. August Verlobung mit Amalie Thiersch (1858-1937), Tochter des Chirurgen Carl Thiersch und Johanna Thiersch, geborene von Liebig.
31. Oktober Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät Marburg
27. Dezember Eheschließung mit Amalie Thiersch in Leipzig.

1880

Frühjahr Monatelange Krankheit (bis Mai), verursacht durch eine rostige Stopfnadel unter der Haut; Kuraufenthalt in Wiesbaden und Absage der Vorlesungen
November Mehrtägiger Besuch bei Albrecht Ritschl in Göttingen.

1881

1. Januar Mitherausgeber der Theologischen Literaturzeitung (bis 1910)
20. Mai Geburt der ersten Tochter Anna Harnack in Gießen (gest. 1965). Taufe am 8. Juni 1881 in Gießen im Beisein der Großeltern Thiersch.
Anf. Oktober Reise mit der Familie nach Leipzig

1882

Erscheinen des ersten Heftes der gemeinsam mit dem Freund Oscar von Gebhardt herausgegebenen »Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur«.
Geburt des zweiten Kindes (Margarete, gest. 1890)
August / September Aufenthalt in Bad Seeon bei Endorf (Oberbayern)

1883

August / September Reise nach Leipzig (8. Aug.) und Dorpat. Ferienwochen des Ehepaars Harnack in Livland
10. November Rede bei der Feier zum vierhundertjährigen Gedächtnis der Geburt Martin Luthers (Große Aula der Universität Gießen): Martin Luther in seiner Bedeutung für die Geschichte der Wissenschaft und Bildung

1884

Januar Friedrich Althoff erwägt in Absprache mit Albrecht Ritschl in Göttingen eine Berufung Harnacks an die Universität Königsberg. »Ein Ruf nach Königsberg kam nicht - aber ein anderer, ganz unerwarteter, von der Harvard-Universität« (Z-H 145).
Mitte März bis 9. April Aufenthalt in Leipzig
ca. Mai Beginn der Niederschrift des ersten Bandes des Lehrbuchs der Dogmengeschichte.
19. Juni Geburt des dritten Kindes (Agnes, gest. 22.5.1950)

1885

Frühjahr Aufenthalt in einem Sanatorium (Cannstatt) in Folge der Arbeitsüberanstrengung.
Frühjahr Ruf nach Harvard / USA (siehe oben Januar 1884).
13. August - 13. Sept. Reise mit der Familie ins Gebirge; Bad Seeon bei Endorf (Oberbayern)
Mitte Dezember Auslieferung der Vorausexemplare des ersten Bandes des Lehrbuchs der Dogmengeschichte (Erscheinungsjahr auf dem Titel: 1886).

1886

19. Januar Geburt des vierten Kindes (Karl Theodosius, gest. 14.4.1922)
März Reise nach Dorpat wegen einer schweren Erkrankung des Vaters
2. Juli Harnack erhält aus Berlin die vom preußischen König unterzeichnete Urkunde seiner Berufung zum ordentlichen Professor der Theologie an der Universität Marburg und Direktor des theologischen Seminars, kirchenhistorische Abteilung (zum 1. Oktober 1886).
17. August Friedrich Althoff schreibt Adolf Harnack aus dem Kurort Oberhof in Thüringen wegen der Höhe seiner Bezüge in Marburg: 6.000 Mark jährlich
Mitte August Reise in die Schweiz.
Anf. Oktober. Umzug nach Marburg

1887

Januar Das erste Heft der Zeitschrift »Die Christliche Welt« erscheint. Die »Nullnummer« (Probenummer) erschien im November 1886.
Erwerb eines eigenen Hauses mit Garten in Marburg in der Lahnstraße Nr. 7.
14.-30. August Aufenthalt in Bad Seeon bei Endorf (Oberbayern)
September / Oktober Aufenthalt in Paris, Bekanntschaft mit Abbé Duchesne und anderen Theologen.
10. Dezember Die Theologische Fakultät der Berliner Universität schlägt einstimmig Adolf Harnack als Nachfolger für Karl Semisch vor.

1888

März Reise nach Italien
3. April Tod des Zwillingsbruders Axel Harnack (36 Jahre) in Dresden.
Amtsjahr 1888 Dekan der theologischen Fakultät in Marburg.
15. Juli Geburt des fünften Kindes (Ernst, gest. 3.3.1945)
14.8. bis 6./7. September Bad Seeon bei Endorf (Oberbayern)
21. September Versetzung nach Berlin (zum 1. Oktober 1888). Die Berufungsurkunde wurde am 17. September 1888 vom preußischen König unterzeichnet.
13. Oktober Aufenthalt in Leipzig
14./15. Oktober Umzug nach Berlin (Hohenzollernstraße 22)
23. Oktober Antrittsvorlesung an der Berliner Universität

1889

Anfang 1889 Aufnahme des Ehepaars Harnack in das Berliner »Kränzchen«, das alle zwei Wochen zusammenkam und dem auch das Ehepaar Theodor und Marie Mommsen angehörte.
17. Januar Rede bei der Feier zum hundertjährigen Gedächtnis der Geburt August Neanders (Aula der Universität Berlin)
23. März Begräbnisfeier für Albrecht Ritschl (†20.3.) in Göttingen
August Urlaub in Berchtesgaden
1.9. Reise nach Lecce (Italien)
23. September Tod des Vaters Theodosius Harnack (72 Jahre) in Dorpat nach längerer Krankheit.
22. November Wahlvorschlag zur Aufnahme als ordentliches Mitglied in die Berliner Akademie der Wissenschaften, unterzeichnet von Dillmann, Mommsen, Sybel, Diels, Zeller, Tobler, Kirchhoff, Wattenbach, Schmoller.

1890

16. Januar Ordentliches Mitglied der Berliner Akademie (bestätigt 10.2.1890)
17.-31. März Reise nach Dorpat
21. April Tod der Tochter Margarete (7 Jahre)
27.-29. Mai 1. Evangelisch-Sozialer Kongreß in Berlin
3. Juli Antrittsrede in der Akademie der Wissenschaften (Berlin)

1891

August Umzug in den Westen Berlins (Wilmersdorf); Gravelottestraße 2 (1896 umbenannt: Fasanenstraße 43)

1892

1. Januar Geburt des sechsten Kindes (Elisabet, gest. 26.7.1976)
18. August In der »Christlichen Welt« erscheinen Harnacks Überlegungen zum Apostolikum, die er auf Anfrage der Studierenden in seinem Kolleg zur Neuesten Kirchengeschichte vorgetragen hatte. Beginn des sog. Apostolikumsstreits.

1893

1. Juni 4. Ev.-Soz. Kongreß (Debattenbeitrag)
6.-20. August Aufenthalt in Bad Seeon bei Endorf (Oberbayern)

1894

13. August Reise nach Tirol

1895

April Urlaub in Gries bei Bozen
12. September Geburt des siebten Kindes (Axel, gest. 1974)

1896

September Aufenthalt in Hannover (Arbeit an der Akademiegeschichte)
Oktober Aufenthalt in Prag

1897

16. Februar Rede bei der Feier zum vierhundertjährigen Gedächtnis der Geburt Philipp Melanchthons (Aula der Universität Berlin)
10./11. Juni 8. Evangelisch-Sozialer Kongreß in Leipzig
22. Juli Rede am Sarge von Frau Margarete Lisco, geb. Adler
7. August Reise nach Tirol

1898

März / April Reise nach Italien (ab 17.4. wieder in Berlin)
2./3. Juni 9. Evangelisch-Sozialer Kongreß in Berlin

1899

25./26. Mai 10. Evangelisch-Sozialer Kongreß in Kiel
September Wien
6./7. Oktober Eisenach (Freunde der Christlichen Welt)
WS Öffentliche Vorlesung: Das Wesen des Christentums
15. November Referat über Die evangelische Theologie vor der Kirchlich-theologischen Konferenz für die Provinz Brandenburg.

1900

20. März Rede zur Zweihundertjahrfeier der Akademie: Die königlich preußische Akademie der Wissenschaften
6.-8. Juni Konferenz über Fragen des höheren Unterrichts (Berlin)
September Aufenthalt in Westerland (Sylt)
15. Oktober Rektoratsrede (Aula der Universität Berlin): Sokrates und die alte Kirche

1901

24. Mai Arvid Harnack, Sohn von Otto und Clara Harnack, geboren (am 22.12.1942 in Plötzensee hingerichtet)
3. August Rede zur Gedächtnisfeier des Stifters der Berliner Universität König Friedrich Wilhelm III. (Aula): Die Aufgabe der theologischen Fakultäten und die allgemeine Religionsgeschichte
Dezember Aufenthalt in Dresden

1902

März Reise nach Livland
31. Mai Aufnahme in den Orden »Pour le mérite«
1. August Urlaubsreise nach Tirol (Stams bei Innsbruck)
Anf. Oktober Aufenthalt in Wernigerode (bis 8.10.)

1903

Präsident des Evangelisch-Sozialen Kongresses (bis 1911)
14. März Verleihung des Roten Adlerordens 3. Klasse durch Wilhelm II.
15. März Reise nach Lugano
5. November Rede in Berlin (Begräbnisfeier für Theodor Mommsen in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche)

1904

25./26. Mai 15. Evangelisch-Sozialer Kongreß in Breslau (Eröffnungsrede und Debattenbeiträge)
August bis Oktober Reise in die USA (u.a. nach New York, Washington, Cambridge, New Haven, Chicago und St. Louis).
24. September Rede in St. Louis (Wissenschaftlicher Weltkongreß): Über das Verhältnis der Kirchengeschichte zur Universalgeschichte
6. Oktober Rede in Cambridge (Harvard-University)

1905

13./14. Juni 15. Evangelisch-sozialer Kongreß in Hannover
August Aufenthalt in der Schweiz (Weesen, St. Gallen)
1. Oktober Amtsantritt als Generaldirektor der Königlichen Bibliothek (seit 1918: Preußische Staatsbibliothek)
2. Oktober Ansprache in Berlin bei der Übernahme der Generalverwaltung der Königlichen Bibliothek
26. Oktober 1. Direktorenkonferenz der Königlichen Bibliothek unter Harnacks Leitung

1906

August Aufenthalt in der Schweiz (Rigi/Scheidegg)

1907

27. Januar Festrede in Berlin am Geburtstag von Wilhelm II. (Aula der Universität): Protestantismus und Katholizismus in Deutschland
14. April Trauerrede: Zum Gedächtnis an Leopold Bernhard
März bis 6. April Aufenthalt in Italien (St. Margherita bei Rapallo)
6. Mai Verlobung Anna Harnacks mit Ernst Emil Frucht (1874-1914)
2. August Rede in Gießen (Festakt der Universität zur Feier ihres 300jährigen Bestehens)
5. August Rede in Gießen (Festkommers der Universität zur Feier ihres 300jährigen Bestehens)
September Urlaub auf Sylt (bis 20.9.)

1908

25. Januar Gedächtnisrede auf die Kaiserin Friedrich (Viktoriahaus für Krankenpflege, Berlin)
Mitte bis Ende März Reise zu einigen preußischen Universitätsbibliotheken (u.a. Münster, Saarbrücken, Göttingen, Halle)
25.-28. März Besuch in Marburg bei Martin Rade
30. März-1.~April Besuch in Halle bei Friedrich Loofs
9.-11. Juni 19. Evangelisch-Sozialer Kongreß in Dessau (Begrüßungsrede (10.6.) und Debattenbeiträge)
23. Oktober Rede in Berlin (Begräbnisfeier für Friedrich Althoff in der Kirche zu Steglitz)
2. November Vortrag in der Literarischen Gesellschaft zu Halle: Wie riß sich das Christentum vom Judentum los?

1909

April Aufenthalt in der Schweiz (Vitznau am Vierwaldstättersee)
17./18. April Besuch in Marburg bei Martin Rade
26. Mai Sitzung der vereinigten Akademien in Wien
Ende Mai 20. Evangelisch-sozialer Kongreß in Heilbronn
5. Juni Rede in Berlin beim Empfang englischer Geistlicher (Universität): Internationale und nationale christliche Literatur
6. Juni Besuch in Halle zur silbernen Hochzeit von Friedrich Loofs
Ende September bis Anf. Oktober Aufenthalt in Westerland / Sylt
21. November Die von Harnack ausgearbeitete Denkschrift Begründung von Forschungsinstituten wird Wilhelm II. vorgelegt.

1910

27. Januar Rede in Berlin zur Feier des Geburtstagsfestes Wilhelms II. und des Jahrestages König Friedrichs II. (Akademie der Wissenschaften): Leibniz und Wilhelm von Humboldt als Begründer der Königl. Preuß. Akademie der Wissenschaften
April Reise nach Wien und Rom
18. Mai Eröffnungsrede in Chemnitz beim 21. Ev.-Soz. Kongreß
August Aufenthalt in der Schweiz (Rigi/Scheidegg)

1911

11. Januar Konstituierende Versammlung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im großen Sitzungssaal der Königlichen Akademie der Künste (Berlin). Harnack hält im Namen der Gesellschaft eine kurze Dankesrede an des preußische Kultusministerium.
16. Januar Hugo Münsterberg veranstaltet mit seiner Ehefrau in Berlin eine grosse Dinnerparty (mit circa 100 Gästen), an der neben Eduard Meyer, dem US-Botschafter Hill u. a. auch Adolf Harnack teilnahm.
23. Januar Erste Sitzung des Senats der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (im Kultusministerim, Berlin). Harnack wird zu ihrem ersten Präsidenten gewählt.
6. Februar Rede in London (Versammlung des Englischen Kirchlichen Komitees zur Pflege freundschaftlicher Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland): Der Friede die Frucht des Geistes
7. Mai Ansprache in Berlin (Festsitzung des Kirchenhistorischen Seminars zur Feier des sechzigsten Geburtstags)
14.-20. September Vortragsreise in Finnland (Helsingfors)
Ende September bis Anf. Okrober Aufenthalt in Livland (Reval, Dorpat) (

1912

23. Oktober Ansprache in Berlin (Bibliotheksraum des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie) zur Einweihung der beiden ersten Kaiser-Wilhelm-Institute (für Chemie und für physikalische Chemie und Elektrochemie).

1913

April Reise nach Italien (mit seiner Frau und Agnes; u.a. nach Frascati bei Rom)
12. April Trauerfeier für die Mäzenin Henriette Hertz (1846-1913) im Palazzo Zuccari in Rom; Harnack ist unter den Rednern am Sarg
September / Oktober Reise nach Italien (u.a. nach Rom und Perugia). Begegnung mit Max Weber und seiner Frau in Perugia und in Rom (3.10.). Anfang Oktober verbringt Harnack eine Woche gemeinsam mit der Familie Zahn in der Villa Falconteri bei Frascati.
28. Oktober Ansprache bei der Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für experimentelle Therapie (-> Bild)

1914

27. Februar Otto Harnack verschollen; Reise nach Stuttgart
1. März Verlobung Ernst Harnacks mit Anna Wiggert (1894-1960)
22. März Rede in Berlin zur Einweihung der Neuen königlichen Bibliothek: Die Geschichte der kgl. Bibliothek. Verleihung des erblichen Adelstitels durch Wilhelm II.
23. März Otto Harnack nimmt sich im Alter von 56 Jahren das Leben
11. August Rede in Berlin zur deutsch-amerikanischen Sympathiekundgebung (Berliner Rathaus)
4. Oktober Aufruf »An die Kulturwelt!« Unter den 93 Unterzeichnern befindet sich auch Harnack.

1915

23. April Tod des Bruders Erich (62 Jahre)
5. Mai Ernennung zum Vizekanzler des Ordens »Pour le mérite«

1916

1. August Rede in Berlin: An der Schwelle des dritten Kriegsjahres
August bis Mitte September Aufenthalt in Berchtesgaden (Schönau)

1917

März Urlaub im Gebirge (bei Berchtesgaden)
Anf. April Rückkehr nach Berlin
August Aufenthalt in Berchtesgaden (Schönau)

1918

Ab 4. August Kuraufenthalt in Bad Eilsen bei Bückeburg

1919

1.-4. April Sachverständiger im Verfassungsausschuß der Weimarer Nationalversammlung zur Trennung von Staat und Kirche und zum Religionsunterricht
18. Juli Gedenkrede auf Emil Fischer (†15.7.)

1920

26. Januar Gedenkrede auf Walter Lisco
Ab 13.4. Aufenthalt in Basel (bei Eberhard Vischer)
Rückreise über Freiburg (2 Tage) und Heidelberg (1 Tag; Schubert, Wobbermin und Dibelius). Am 25.4. Rückkehr nach Berlin
11.-19. Juni Teilnahme an der Reichsschulkonferenz in Berlin
August - 15. September Aufenthalt in Berchtesgaden (Schönau)
4. September Ernennung zum Kanzler des Ordens »Pour le mérite«
22. September Fakultätentag in Halle (Saale)
Oktober / November Reise in die Schweiz
30. Oktober Gründung der »Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft«. Harnack übernimmt den Vorsitz des Hauptausschusses (bis 1929).
2.-4. November Reise nach Basel (zu Eberhard Vischer). Vortrag. Ein letztes Wiedersehen mit seinem Jugendfreund Gustav von Bunge (†5.11.1920).
23. November Rede in Berlin (Plenarsaal des Reichstages): Wissenschaft und Kultur

1921

Angebot des Botschafterpostens in Washington.
24. März Letzte Direktorenkonferenz der Staatsbibliothek unter Harnacks Leitung (-> Bild)
31. März Harnack legt das Amt des Generaldirektors der Staatsbibliothek nieder
1. April Entbindung von den universitären Pflichten aus Altersgründen. Vorlesungen und Seminare hält Harnack bis zum Sommer 1929
7. Mai 70. Geburtstag
3. Juli Ansprache in Berlin zur Dantefeier (Staatsoper)
19.-21. September Feier des Hundertjährigen Jubiläums der Livonia-Dorpati in Jena. Harnack bildet mit zwei weiteren Chargierten das Präsidium.
14. Oktober Gedenkrede auf Otto von Gierke (†10.10.)
26. November Rede in Düsseldorf zur Weihe des Kaiser-Wilhelm-Institus für Eisenforschung

1922

1. Januar Reise in die Schweiz zu einigen Vorträgen (Luzern, Winterthur, Oltau)
14. April Tod des Sohnes Karl Theodosius (36 Jahre)

1923

Anf. Januar Reise in die Schweiz zu einigen Vorträgen (u.a. in Lugano)
8. Januar Begegnung mit Aby Warburg in Kreuzlingen am Bodensee (-> Aby M. Warburg-Chronik 1864-1966).
3. Februar Gedenkrede auf Ernst Troeltsch (†1.2.)
8.-21. März Reise nach Schweden
29. Mai 50jähriges Doktorjubiläum

1924

Anf. Januar Reise in die Schweiz
21. April Rede in Königsberg zur Einweihung des Grabmals Kants (*22.4.1724)
16. Dezember Der Senat der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft beschließt, eine »Adolf-von-Harnack-Medaille« für besondere Verdienste um die Gesellschaft zu stiften.

1925

2.-4. Juni 32. Evangelisch-Sozialer Kongreß in Halle. Harnack hält die Schlußansprache am öffentlichen Volksabend (2.6.)
15. August Gedächtnisrede in Berlin (Trauerfeier für Eduard Arnhold †10.8.)
August / September Aufenthalt in Oberbayern (Schloß Elmau bei Klais)
Anf. November Sechs Gastvorlesungen an der Universität Münster: Die Paulinische Briefsammlung und die anderen vorkonstantinischen christlichen Briefsammlungen. Ein Vortrag in Duisburg.
14. November Besuch in Hannover bei seinem Sohn Ernst

1926

2. März Rede in Berlin (Freundeskreis): Erinnerungen an Wolf Graf von Baudissin
Mai Sechs Gastvorlesungen an der Universität Bonn: Die Entstehung der christlichen Theologie und des kirchlichen Dogmas
12. Juni Gedächtnisrede für Karl Holl (†23.5.) in der Aula der Berliner Universität
19. Juni Senatssitzung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
August / September Aufenthalt in Oberbayern (Schloß Elmau bei Klais)
14.-17. September Aufenthalt in München (Hotel Rheinischer Hof)
16. Dezember Tischrede bei der 12. Hauptversammlung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft

1927

29. März Ansprache in Leipzig (Festmahl zur Eröffnung der Internationalen Buch-Kunst-Ausstellung)
April Kuraufenthalt in Bad Ems
Ansprache in Hamburg auf dem 34. Ev.-Soz. Kongreß: Rückblick auf den Evangelisch-Sozialen Kongreß
31. Juli Reise an den Züricher See und nach Elmau

1928

März Aufenthalt in Oberbayern (Schloß Elmau bei Klais)
Juni / Juli Kuraufenthalt in Bad Reichenhall (Villa Victoria)
11. Juli bis ca. 9. August Nachkur in Oberbayern (Schloß Elmau bei Klais)

1929

7. Mai Einweihung des Harnack-Hauses der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Berlin-Dahlem. Es sprachen unter anderem der Reichsaußenminister, der amerikanische Botschafter, der Rektor der Universität Berlin und Harnack selbst (-> Bild).
Juli Zwei Vorlesungen über Tertullian und Augustin im Rahmen der Theologischen Woche der Universität Berlin (15.-27.7.)
29. Juli Adolf von Harnacks Schwager Hans Delbrück stirbt in Berlin (80 Jahre)
22. Oktober Ansprache in Dortmund zur Einweihung des Neubaus des Kaiser Wilhelm-Instituts für Arbeitsphysiologie
23. Oktober Ansprache in Münster zur Einweihung des Neubaus des Kaiser Wilhelm-Instituts für Arbeitsphysiologie
27. Dezember Goldene Hochzeit

1930

Januar Harnack lernt Mildred Fish-Harnack (*16.9.1902), die amerikanische Ehefrau seines Neffen Arvid, kennen, führt sie in seinen Bekanntenkreis ein (Teegesellschaft im Harnack-Haus) und besorgt ihr ein Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung (Mildred Fish-Harnack wurde am 16.2.1943 in Plötzensee hingerichtet).
24. Mai Abreise nach Heidelberg zur 18. Jahresversammlung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
25. Mai Harnack erkrankt und begibt sich in klinische Behandlung
10. Juni Adolf von Harnack stirbt im Alter von 79 Jahren in Heidelberg.

11. Juni Trauerfeier in Heidelberg. Ansprache von Martin Dibelius.
Einäscherung in Berlin. Traueransprache von Heinrich Weinel.
15. Juni Gedächtnisfeier der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Goethe-Saal des Harnack-Hauses in Dahlem. Ansprachen von Friedrich Schmidt-Ott, Hans Lietzmann, Joseph Wirth, Grimme, Krüß, Dietrich Bonhoeffer.
12. Juli Gedächtnisfeier der Berliner Theologischen Fakultät. Ansprachen von Erhard Schmidt (Rektor) und Erich Seeberg (Dekan)

1931

22. Januar Hans Lietzmann: Gedächtnisrede auf Adolf von Harnack (in der öffentlichen Sitzung der Akademie zur Feier des Jahrestages König Friedrichs II.)
7. Mai Adolf von Harnacks achtzigster Geburtstag wird von der Familie postum begangen

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